

Starkregenereignisse häufen sich. Klassische Entwässerungssysteme stoßen an ihre Grenzen, weil sie für die Niederschlagsmengen der Vergangenheit dimensioniert wurden. Das Schwammstadt-Prinzip stellt das alte Modell auf den Kopf: Statt Regenwasser möglichst schnell abzuleiten, wird es vor Ort gespeichert, versickert und verdunstet.
Was bedeutet Schwammstadt?
Eine Schwammstadt nimmt Regenwasser auf wie ein Schwamm und gibt es kontrolliert wieder ab. Mulden, Versickerungsflächen, begrünte Dächer und entsiegelte Plätze halten Wasser im Quartier, statt es direkt in den Kanal zu schicken. Damit reduziert sich nicht nur die Belastung der Mischwasserkanalisation, sondern auch die hydraulische Spitze, die im Ernstfall zur Überflutung führen kann.
Drei Erfolgsfaktoren in der Praxis
Aus unseren Projekten in oberschwäbischen und allgäuischen Gemeinden haben sich drei Faktoren als entscheidend herausgestellt: frühzeitige Einbindung der Bürgerschaft, modulare Planung in Etappen sowie eine ehrliche Kosten-Nutzen-Rechnung über den Lebenszyklus.
Schwammstadt-Maßnahmen wirken nicht von heute auf morgen. Aber jede einzelne Maßnahme ist eine Investition in die Resilienz der nächsten Generation.
Was kostet das?
Die Mehrkosten gegenüber einer rein konventionellen Erschließung hängen stark vom Standort und Untergrund ab. Über den Lebenszyklus betrachtet rechnen sich diese Investitionen häufig durch reduzierte Schadensereignisse, geringere Belastung der Kläranlagen und niedrigere Folgekosten in der Gewässergüte. Eine seriöse Wirtschaftlichkeitsbetrachtung berücksichtigt mindestens den Zeitraum einer Generation.
Worauf wir in der Planung achten
In der Erschließungsplanung empfehlen wir, Versickerung und Retention bereits im Bebauungsplan zu verankern. Bei der Sanierung im Bestand bietet sich die Verbindung mit ohnehin geplanten Straßenarbeiten an. So entstehen keine reinen Schwammstadt-Projekte, sondern integrale Maßnahmen, die ohnehin notwendig sind und nun einen Mehrwert mitliefern.
Fazit
Das Schwammstadt-Prinzip ist kein Luxus für Großstädte. Auch kleinere Kommunen profitieren, wenn Planung und Bürgerschaft Hand in Hand arbeiten und Maßnahmen schrittweise in laufende Vorhaben integriert werden.
Sprechen Sie mit uns
Wir beraten Kommunen zu Starkregen- und Schwammstadtkonzepten und begleiten die Umsetzung von der Bebauungsplan-Begleitung bis zur Bauleitung.